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Verfasst von

Julia Frischknecht

Interview mit Severin Schwan

Wie gehen Sie ganz persönlich vor, wenn Sie ein Problem lösen müssen?

Das hängt natürlich ganz davon ab, wie komplex das Problem ist. Bei schwierigen Entscheidungen gibt es eine Vielzahl von Argumenten und Gegenargumenten. Da ist es für mich wichtig, die Sachverständigen in die Diskussion einzubeziehen. Oft ist ein zeitnaher Entscheid für den Erfolg wichtig. Da verlasse ich mich auch auf mein Bauchgefühl. Wir müssen – gerade in unserer forschungsintensiven Industrie – immer wieder Risiken eingehen und den Mut zum Scheitern haben, sonst würde es keine Innovation geben.

Stichwort China, Handelsstreit, Strafzölle, Euro-Krise: Muss sich die Schweiz Sorgen um unseren erreichten Wohlstand machen und was kann man zum Erhalt desselben tun?

Eine exportabhängige Volkswirtschaft wie die Schweiz ist von Handelskriegen und Währungsturbulenzen natürlich stark betroffen. Doch fundamental ist die Schweiz nach wie vor ein hervorragender Wirtschaftsstandort, der sich auch in einem schwierigeren weltwirtschaftlichen Umfeld behaupten kann. Entscheidend ist die hohe Innovationskraft des Landes, wozu das hervorragende Ausbildungssystem und ein universitäres Netzwerk beitragen. Es gibt hier viele innovative Firmen und Toptalente vor Ort. Diese Stärken gilt es zu bewahren und zu fördern, denn kein Wirtschaftsstandort – auch nicht die Schweiz – kann sich auf dem Erreichten ausruhen. Als Innovationsland muss die Schweiz sich immer wieder neu erfinden, um den Wohlstand zu erhalten.

Sie werden über die Digitalisierung sprechen, die Wohlstand bringe. Die Digitalisierung schürt aber auch Ängste. Wie sollen wir damit umgehen?

Das ist normal – Ängste gibt es bei jeder neuen Entwicklung. In den 1990er Jahren gab es grosse Vorbehalte gegenüber der Gentechnologie. Seither haben gentechnisch hergestellte Medikamente Millionen Menschenleben gerettet, verlängert oder Leiden gelindert. Heute wird die Digitalisierung kontrovers diskutiert.  Viele fürchten den Datenmissbrauch. Die Sorgen sind begründet und müssen ernst genommen werden. Ein respektvoller Umgang mit Daten und klare Regeln helfen jedoch, diese Ängste abzubauen.

Ebenso ist wichtig zu erklären: Was bringt uns die Digitalisierung? Wieso wollen wir Zugang zu Gesundheitsdaten? Es geht darum, Patientinnen und Patienten zu helfen und die Gesundheitsversorgung zu verbessern. Die Digitalisierung wird die personalisierte – auf den einzelnen Patienten zugeschnittene – Medizin enorm voranbringen. 

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