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Verfasst von

Alexandra Frei

Ivo und Patrik Rüthemann und andere Sportprominenz am Wifo

Am Wifo ist jeweils nicht nur die Wirtschaft prominent auf dem Podium und im Saal vertreten – auch den Sport zieht es ans Wifo. Dieses Jahr gleich mit verschiedenen Spitzensportlern und –Funktionären. So wird Carlos Lima am Wifo 2019 dabei sein – er ist mehrfacher Handball-Meister in Deutschland, der Schweiz und Spanien sowie mehrfacher Teilnehmer an Welt- und Europameisterschaften und Olympischen Spielen. Auch Matthias Hüppi, Präsident des FC St. Gallen wird wieder dabei sein. Und erstmals zwei prominente Widnauer Eishockey-Spieler: Ivo und Patrick Rüthemann. Sie haben wir zum Interview getroffen.

Ivo Rüthemann, welches sind prägende Erinnerungen an Ihre Jugendzeit im Rheintal?

Ivo Rüthemann:

In erster Linie die Zeit zu Hause mit den Eltern und Geschwistern sowie mit den Freunden im Krüzmäder-Quartier. Im Weiteren gibt es viele Erinnerungen an die Schulzeit und an unsere liebsten Freizeitaktivitäten – Eishockey, Tennis, Fussball und in die Badi gehen.

Eine zentrale Rolle spielte natürlich das Eishockey. Unser Vater hätte früher gerne selber gespielt, hatte aber nicht die Möglichkeit dazu. Als dann in Widnau die Eishalle gebaut wurde, hat er uns für diesen Sport motiviert. Wir hatten eine tolle Zeit im Nachwuchs des SCR. Über viele Jahre mit den gleichen Kollegen – das schweisst zusammen. Bei den Junioren und in der ersten Mannschaft spielten Patrik und ich dann noch einige Jahre im selben Team.

Sie arbeiten heute bei der Zähringer Privatbank in Bern. Wie kamen Sie dazu und welches ist Ihre Tätigkeit?

Patrik Rüthemann:

Nach dem Studium an der HSG war ich 14 Jahre für die Bank Wegelin & Co. tätig und lernte in dieser Zeit unseren heutigen Chef, Martin Schenk, kennen. Er arbeitete damals als Berner in St. Gallen, wollte aber unbedingt zurück in die Heimat und erhielt deshalb die Möglichkeit, für Wegelin & Co. die Niederlassung Bern aufzubauen.
Vor einigen Jahren kontaktierte er mich und erzählte von seinen Plänen, auf der grünen Wiese eine neue Bank zu gründen. Ich war sofort begeistert von der Idee und schloss mich dem Gründungsteam an. Mittlerweile sind wir 3.5 Jahre operativ tätig und konnten uns erfolgreich im Markt etablieren. Grundlage dafür ist eine sehr fokussierte Strategie: klassische Vermögensverwaltung für Schweizer Privatkunden. Ich bin verantwortlich für den Bereich Analysen & Anlagen, also die Definition der Anlagepolitik und die Bewirtschaftung der anvertrauten Kundengelder.

Ivo Rüthemann:

Als ich 1999 vom HCD zum SCB wechselte, habe ich an der Uni Bern mein Studium in Betriebswirtschaft begonnen. Diesen Ausgleich zum Spitzensport habe ich sehr geschätzt. Die Ausbildung gab mir zusammen mit praktischen Einblicken bei unterschiedlichen Unternehmen eine gute Basis für den Entscheid, in welche Richtung ich nach dem aktiven Eishockeysport gehen möchte.

Die ehemaligen Wegelin Mitarbeiter der Niederlassung Bern (und heutiges Zähringer Team) habe ich vor vielen Jahren durch Patrik kennengelernt. Bei Ihnen sammelte ich im Jahr 2012 meine ersten praktischen Erfahrungen im Bereich Analysen und Portfoliomanagement, in welchem ich ab 2014 dann auch in meinen ersten beiden «Bankjahren» tätig war. Seit gut zweieinhalb Jahren betreue ich nun Privatkunden sowie Kunden im Bereich von individuellen beruflichen Vorsorgelösungen.

Ivo Rüthemann, Sie sind 2014 nach 20 NLA-Saisons, 1072 NLA-Partien mit 311 Toren und 399 Assists, 3 Olympia- und 12 WM-Teilnahmen vom Eishockey-Spitzensport zurückgetreten. Was konnten Sie vom Spitzensport mit in Ihre heutige Tätigkeit in einer Privatbank mitnehmen?

Ivo Rüthemann:

Im Gegensatz zum Einzelsport gibt es im Teamsport zwei Ebenen, um die Wahrscheinlichkeit eines längerfristigen Erfolges zu erhöhen. Einerseits kann sich ein Spieler individuell verbessern (Physisch, Mental, Schlittschuhlaufen, Schuss, Passspiel etc.) und andererseits kann die Mannschaft zusammen mit den Trainern und Betreuern am Umgang, Taktik, Zusammenspiel und «Gemeinschaftsgefühl» arbeiten.

Meiner Meinung nach gilt diese Ausgangslage nicht nur im Teamsport, sondern überall dort, wo Menschen zusammenarbeiten und gemeinsam etwas erreichen wollen. Insofern kommt mir die professionelle Teamsport-Erfahrung auch in der neuen Tätigkeit enorm entgegen, obwohl der Arbeitsort mittlerweile im Büro und nicht mehr auf der Eisfläche ist.

Zusammenfassend bin ich der Überzeugung, dass die Basis für Erfolge im Sport wie in der Wirtschaft in den involvierten Personen und deren Zusammenspiel liegt. Es braucht sowohl individuelle Fähigkeiten und hohes persönliches Engagement als auch die richtige Taktik bzw. das richtige Geschäftsmodell.

Das Thema des diesjährigen Wifo lautet „Pioniergeist – Mut – Risikobereitschaft“. Wie mutig, risikobereit sind Sie? Und ist Risikobereitschaft und Mut in einer Privatbank überhaupt erwünscht?

Patrik Rüthemann:

Risikobereitschaft ist eine Grundvoraussetzung für Unternehmertum. Der Entscheid, eine neue Bank zu gründen, brauchte bestimmt ein gewisses Mass an Mut. In unserer hochregulierten Branche sind die Eintrittsbarrieren besonders hoch. Die Bankenwelt befand sich nach der Finanzkrise im Umbruch und ist es heute noch: Es gibt viele Schliessungen und kaum mehr Neugründungen. Obwohl zahlreiche Beobachter gerade kleinen Instituten wenige Überlebenschancen zubilligen, erkannten wir in diesem Umbruch und der Vertrauenskrise eine grosse Chance für eine neue eigentümergeführte Bank. Wir sind davon überzeugt, dass in der Vermögensverwaltung, unserem Kerngeschäft, strategischer Fokus für den Erfolg viel entscheidender ist als Grösse.

Im Dialog mit unseren Kunden ist das Thema Risiko allgegenwärtig. Unsere wichtigste Aufgabe ist es, gemeinsam mit unseren Kundinnen und Kunden eine Anlagestrategie zu formulieren, die zu ihrer Risikofähigkeit und -bereitschaft passt. In der Umsetzung der individuellen Strategie ist anschliessend diszipliniertes Handwerk gefragt. Für den langfristigen Erhalt der realen Kaufkraft spielen dabei Beteiligungspapiere eine zentrale Rolle. Die damit verbundenen Kursschwankungen sind das Gegenstück zur langfristig höheren Renditeerwartung. Klar davon abzugrenzen sind spekulative Wetten mit fremdem Geld – dafür hat es natürlich keinen Platz.

Auf welchen der Referenten am diesjährigen Wifo freuen Sie sich besonders und warum?

Patrik Rüthemann:

Ich freue mich besonders auf das Referat von Joachim Gauck. Seine Familiengeschichte ist geprägt von Erfahrungen mit totalitären Regimes und ich bewundere ihn für seinen Mut, sich für Freiheit und Demokratie einzusetzen.

Ivo Rüthemann:

Ich bin mir sicher, dass alle Aussergewöhnliches zu erzählen haben und gratuliere Ihnen zu dieser bemerkenswerten Auswahl an interessanten Referentinnen und Referenten. Wir freuen uns sehr auf den Tag in Widnau.

 

Herzlichen Dank für das Gespräch. Wir wünschen Ihnen eine gute Zeit in Widnau und freuen uns auf Ihren Besuch.

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