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Verfasst von

Alexandra Frei

Carlos Lima im Interview

Am Wifo ist jeweils nicht nur die Wirtschaft prominent auf dem Podium und im Saal vertreten – auch den Sport zieht es ans Wifo. Dieses Jahr gleich mit verschiedenen Spitzensportlern und –Funktionären. Wir wollten von Carlos Lima, Matthias Hüppi und den Rüthemann-Brüdern wissen, was ihre Sicht auf das Thema des Wifo ist – «Pioniergeist – Mut – Risikobereitschaft: Mit guter Führung zu Innovationen und kreativen Veränderungen».

 

Sie alle sind heute unternehmerisch unterwegs. Was konnten Sie vom Spitzensport in Ihre heutige Tätigkeit mitnehmen?

Ich konnte sehr viel mitnehmen! Im Spitzensport braucht es sehr viel Disziplin, Durchhaltewillen (z.B. nach Verletzungen), Teamfähigkeit, Kooperationsfähigkeit wie aber auch Durchsetzungsvermögen und natürlich auch Führungsqualitäten (als Captain und Leistungsträger einer Mannschaft) um nur ein paar Eigenschaften zu nennen, die heute in der Berufswelt praktisch in jedem Stellenbeschrieb erwünscht oder gar gefordert werden!

Zudem war der «unbewusste» Aufbau eines sehr grossen Netzwerkes und das Erlernen der sogenannten «Softskills» wie Empathie oder Gesprächsführung (im Zusammenhang mit den Sponsoren damals und im Umgang mit den Kunden heute) eminent wichtig. Das habe ich aber damals nicht bewusst «gemacht» und erst sehr viel später gemerkt.

 

Das Thema des diesjährigen Wifo lautet «Pioniergeist – Mut – Risikobereitschaft» . Wie mutig, risikobereit sind Sie, wo mussten Sie mutig, risikobereit sein?

Na ja, im Spitzensport ist man sehr oft mutig. Ohne Mut und Risikobereitschaft hätte ich den Sprung ins Ausland kaum gewagt. Denn ich «musste» ja nicht unbedingt ins Ausland, wo die Konkurrenz deutlich stärker und grösser ist. In der Schweiz ging es mir ja sehr gut und ich war ein etablierter Nationalspieler. In Spanien oder Deutschland hat damals niemand auf einen Schweizer Handballer gewartet. Und ja, bei meinem ersten Wechsel nach Spanien, wo ich der einzige Schweizer in Spanien war, hat es auch ein wenig Pioniergeist gebraucht. Ich kannte die Liga überhaupt nicht, es war mein erster echter Schritt ins Profi-Business und es gab sehr viele Faktoren, von denen ich zu dem Zeitpunkt noch überhaupt keine Ahnung hatte. Es war rückblickend gesehen also schon ein ziemliches Abenteuer mit viel Pioniergeist!

Abgesehen mal davon, braucht es aber auch in jedem einzelnen Spiel Mut und Risikobereitschaft. Ohne Mut und Risikobereitschaft zu spielen, sich also in einer sicheren Zone bewegend zu agieren, kann man im Spitzensport keine Erfolge erzielen, geschweige denn eine herausragende Leistung erbringen, die sich von allen anderen abhebt! Es braucht also Woche für Woche in jedem Spiel eine gesunde (grosse) Portion Mut und Risikobereitschaft um in diesem Haifischbecken nicht unterzugehen oder gar «gefressen» zu werden.

 

Wie stellen Sie in Ihrem Unternehmen sicher, dass Innovationen und kreative Veränderungen möglich sind?

Der Markt ist ständig im Wandel und entwickelt sich permanent weiter. Stichworte wie Digitalisierung und Globalisierung sind in aller Munde und haben natürlich auch einen Impact auf unser Umfeld. Daher darf man sich nicht verschliessen und muss den Austausch mit den Kunden und den einzelnen Playern auf dem Markt immer wieder suchen. Der Druck wächst, es entstehen aber auch immer wieder neue Möglichkeiten, neue Felder, die vorher so noch nicht da waren, und man muss bereit sein, sich auf diese Veränderungen und Innovationen einzulassen. Das bedeutet natürlich eine gewisse Flexibilität und Offenheit (aber auch wiederum Mut und Risikobereitschaft) in seinem Tun, Denken und Verhalten. Die Voraussetzung dafür ist für mich ganz klar eine entsprechende Einstellung. Als Führungsperson muss ich also vorausgehen und diese Haltung tagtäglich vorleben, damit diese Einstellung als «Spirit» im Unternehmen angenommen und mitgelebt wird. Ich muss es also schaffen, dass alle zu «Unternehmer im Unternehmen» werden. Erst dann sind wir bereit diese kreative Veränderungen anzugehen und umzusetzen.

 

Auf was freuen Sie sich am 25. Jubiläums-Wifo besonders?

Da ich offen gestanden als Innerschweizer noch nie am Wifo war, freut es mich besonders, am 25. Jubiläum teilnehmen zu dürfen. Ich lasse mich also sehr gerne überraschen und freue mich auf viele spannende neue Leute und Gespräche. Gespräche die ganz sicher wieder neue Gedanken, Inputs und Ideen auslösen…. Darauf freue ich mich sehr.

 

Vielen Dank für das Interview Herr Carlos Lima. Wir freuen uns, Sie am 25. Rheintaler Wirtschaftsforum vom Freitag, 18. Januar 2019 begrüssen zu dürfen.

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