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Verfasst von

Julia Frischknecht

Die Schweizer Wirtschaft hat sich insgesamt einmal mehr als äusserst robust erwiesen - Interview mit Karin Keller-Sutter

«In einer Krise ist Führung angesagt, da darf man nicht zu perfektionistisch sein», haben Sie in einem Interview gesagt. Welche Lehren ziehen Sie aus Ihren Erfahrungen in der Corona-Krise?

Vor allem zu Beginn der Krise war eine klare Führung durch den Gesamtbundesrat gefragt. Er musste dabei Massnahmen ergreifen, die vorher noch nie in der Praxis angewendet worden sind. Und oft standen nicht alle nötigen Informationen zur Verfügung. Der Bundesrat hatte viel Macht und eine entsprechend grosse Verantwortung. Wichtig war, dass er seine Beschlüsse stets sorgfältig abgewogen und manchmal auch um Entscheide gerungen hat. Es galt, die Gesundheit der Bevölkerung und die Wirtschaft zu schützen. Ich bin überzeugt, dass wir auf diese Weise jeweils einen guten Mittelweg gefunden haben. Es ist aber auch normal, dass man in einer solchen Extremsituation Entscheide trifft, die man später korrigieren oder nachjustieren muss. Das kennt jede Unternehmerin und jeder Unternehmer aus eigener Erfahrung.

Wie schlimm wird die Corona-Krise langfristig die Schweizer Wirtschaft treffen?

Die Schweizer Wirtschaft hat sich insgesamt einmal mehr als äusserst robust erwiesen. Das hat viel mit der Innovationskraft der Unternehmen und der Qualität ihrer Produkte zu tun. Es brauchte in dieser ausgeprägten Krise aber natürlich auch staatlichen Support. Zahlreiche Unternehmen haben die von Bund und Kantonen angebotene Hilfe angenommen. Damit konnten die schlimmsten volkswirtschaftlichen Schäden von der Schweiz abgewendet werden. Genauso wichtig ist es, diese staatliche Unterstützung wieder zurückzufahren. Sonst würgt man nicht nur die Innovationskraft und Anpassungsfähigkeit der Wirtschaft ab, es würde dem Staat auch das finanzpolitische Polster fehlen, um in einer künftigen Krise rasch und grosszügig helfen zu können.

Politik und Wirtschaft entfernen sich immer mehr – immer weniger Unternehmerinnen und Unternehmer, Gewerblerinnen und Gewerbler engagieren sich politisch. Was können wir dagegen unternehmen?

Das ist ein wichtiger Punkt. Die Wirtschaft wird heute zunehmend als abstraktes Gebilde wahrgenommen, obwohl sie ein unverzichtbarer Teil der Gesellschaft ist. Fassbar wird sie aber nur, wenn sich Unternehmerinnen und Unternehmer auch persönlich engagieren und die direktdemokratische Auseinandersetzung nicht einfach an die Verbände delegieren. Sie müssen sich zugleich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nicht nur bewusst sein, sondern sie auch leben.

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