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Portrait Julia Frischknecht, Tagungsorganisation
Verfasst von

Julia Frischknecht

3 Fragen an Thomas Harring

Sie sind neuer CEO der Leica Geosystems AG, der ehemaligen Wild Heerbrugg. Welches sind derzeit die grössten Herausforderungen, vor denen Leica steht?

Zusammenfassend formuliert ist die grösste Herausforderung, relevante Trends und den damit einhergehenden Anpassungsbedarf rechtzeitig zu erkennen und zukunftsorientiert zu agieren.

Veränderungen im Marktumfeld begegnen wir mit Innovation sowohl in unseren kundenzentrierten Sensor- und Softwarelösungen als auch unseren Geschäftsmodellen mit dem Ziel, den Kundenservice weiter zu stärken und uns von Wettbewerbern abzuheben.

Entwicklungen im Arbeitsmarkt nehmen wir aktiv auf, um uns neue Kompetenzen anzueignen. Unternehmensintern sind es Aktionsfelder wie die steigende Komplexität zu bewältigen, themen- und projektbezogen zu kollaborieren sowie global funktions- und hierarchieübergreifend erfolgskritische Informationen auszutauschen und dabei das Engagement der Mitarbeitenden zu erhöhen. Mehr spannend als herausfordernd wird es weiterhin bleiben, das organische Wachstum und die erfolgreiche Einbindung von Akquisitionen in Einklang zu bringen.

Aktuell ist unbestritten das Wichtigste, dass die gesundheitlichen Herausforderungen durch die Pandemie schnell und nachhaltig überwunden werden. Wie die neue oder nächste Normalität konkret aussehen wird, ist gegenwärtig Forschungsgegenstand von Experten. Wir sind vorbereitet und unsere bewährte Geschäftsstrategie, reale und digitale Welten mit innovativer Technologie und Geschäftsmodellen zu gestalten, wird uns weiterhin vielfältige Wachstumschancen bieten, auch in Zeiten grosser Unsicherheit. Wir sind und bleiben fit für die Zukunft.

 

Leica/Wild war früher ein Familienunternehmen und ist heute Teil eines börsenkotierten, globalen Konzerns mit schwedischer Eigentümerschaft. Welches war die industrielle Logik aus Ihrer Sicht bei diesem Zusammenschluss?

Zum Zeitpunkt des Zusammenschlusses war die Leica Geosystems AG in Zürich börsennotiert und ich war im Management eines Geschäftsbereichs tätig. Zum damaligen Zeitpunkt war für mich vieles unklar und der Zusammenschluss hat viele Fragen aufgeworfen. Beindruckt an Hexagon hat mich damals die deutlich artikulierte industrielle Logik und die Konsequenz, in der komplexe Zusammenhänge einfach und überzeugend dargestellt wurden.

Die damals vorgestellte industrielle Logik hat sich mehr als bestätigt, industrielle Messtechnologie und Geo-Messtechnologie zu verbinden und neben dem bestehenden Fokus auf Sensoren auch verstärkt Software und Serviceleistungen für Kunden zu entwickeln.

Durch Hexagon wurde am Standort Heerbrugg erheblich investiert und viele neue Arbeitsplätze geschaffen. Heerbrugg war und bleibt für Hexagon eine leistungsfähige Innovationsfabrik.

Global hat Hexagon die Internationalisierung und Dezentralisierung durch starkes lokales Management vor Ort gefördert und Leica Geosystems als Teil von Hexagon noch stärker auf Wachstumsmärkte mit einem klaren Industriefokus ausgerichtet. Gemeinsam mit unseren Kunden zu wachsen und den technologischen Wandel zu begleiten, bleibt unser Fokus, langfristig und nachhaltig.

 

Wird Heerbrugg, das Rheintal, als Standort auch in Zukunft wichtig bleiben für Leica Geosystems und in welcher Hinsicht? Was macht für Sie den Standort Rheintal attraktiv und wo gibt es Probleme?

Heerbrugg als Innovationsfabrik war, ist und bleibt wichtig. Ein Standort, der das verkörpert, was den Werkplatz Schweiz auszeichnet; Innovationsführerschaft und hohe Fertigungsqualität, sichergestellt durch die hohe Selbstverantwortung der gut ausgebildeten Mitarbeitenden und das eingespielte Netzwerk von Industrieunternehmen und Hochschulen.

Wir beschäftigen in Heerbrugg Mitarbeitende aus über 50 Ländern mit vielen unterschiedlichen Kompetenzen. Innnovation braucht Diversität, dies haben wir in Heerbrugg seit 100 Jahren erfolgreich beweisen können.

Die Standortfaktoren sprechen für das Rheintal, die exportorientierte Region wächst und bietet gute Ansiedlungschancen für Unternehmen der Hochtechnologie. Ausserhalb des Rheintals gibt es meiner Meinung nach aber immer noch eine Differenz zwischen der Wahrnehmung und der tatsächlichen Leistungskraft des Rheintals. Es liegt an uns allen, die vielen tatkräftigen lokalen Akteure zu unterstützen, die regional angepasste Lösungen basierend auf der starken Industriebasis entwickeln. Die überregionale Bedeutung des Rheintaler Wirtschaftsforums ist ein sehr erfolgreiches Beispiel hierfür.

Weiterhin besondere Aufmerksamkeit sollte auch der Zusammenarbeit mit dem benachbarten Ausland, nicht nur aufgrund der vielen Grenzgänger, und der Weiterentwicklung der leistungsfähigen Verkehrsinfrastruktur gewidmet werden.

Wir sind sicher, dass das Rheintal auch weiterhin ein attraktiver Arbeits-, Wohn und Lebensraum bleiben wird und für uns wird Heerbrugg auf der Weltkarte immer sichtbar bleiben. «100 Jahre Innovation Heerbrugg» haben dies eindrücklich bestätigt.

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